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Schweizerische Orchideenstiftung
am Herbarium Jany Renz


Dr. Christoph Noelpp
St. Jakobs-Strasse 30
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Schweiz

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botinst
Botanisches Institut
Universität Basel

Gattungsbeschreibungen

 

Cymbidium

Cymbidium atropurpureum (Lindl.) Rolfe
© P. J. Cribb

Diese Pflanze in der BibliOrchidea
Ordnung: Asparagales - Spargelartige
Familie: Orchidaceae
Unterfamilie: Epidendroideae
Tribus: Cymbidieae
Subtribus: Cymbidiinae
Synonyme: Arethusantha Finet, Cyperorchis Bl., Iridorchis Bl., Jensoa Raf., Cyperocymbidium A. Hawkes
Beschreibung: Cymbidien sind terrestrische oder epiphytische, seltener lithophytische Kräuter, die sympodial wachsen. Sie können in ihrer Größe von klein bis relativ gross variieren. Manche Pflanzen bilden Horste mit Blättern, die über einen Meter lang sind. Die meisten Arten haben dicke, fleischige Wurzeln, die von einem schwammigen Velamen umgeben sind. Die Sprossachse wächst aufrecht und bildet in der Regel markante Pseudobulben, manchmal jedoch auch nur leichte Verdickungen oder einen Stamm. Normalerweise werden jährlich neue Pseudobulben vom Rhizom gebildet. Jede Pseudobulbe trägt drei bis zwölf gegenständige, längsgefaltete Blätter, die diese an der Basis vollständig umschliessen. Cymbidium macrorhizon ist die einzige Art der Gattung, die vollständig mykoheterotroph ist und keinerlei Blätter oder Pseudobulben besitzt. Die Blütenstände entspringen ebenfalls der Pseudobulben-Basis. Sie können aufrecht oder überhängend sein und tragen zwischen einer und 50 Blüten. Diese setzen sich aus nicht verwachsenen Sepalen und Petalen zusammen und sind häufig gross und auffällig. Die mit der Säulenbasis verwachsene Lippe ist dreilappig und leicht nach hinten gebogen. Auf der Oberseite des Mittellappens sitzen zwei parallel angeordnete Kallus-Kämme, die Seitenlappen sind nach oben gebogen. Die Säule ist langgestreckt und trägt meistens zwei Pollinien. Die Narbe befindet sich als klebrige Vertiefung auf der Unterseite der Säule, direkt hinter der Anthere. Der Fruchtknoten ist unterständig.
Typus: Cymbidium aloifolium (L.) Sw. (syn. Epidendrum aloifolium)
Verbreitung: Von der Himalaya-Region ostwärts bis nach Südostasien, China, Indonesien, den Philippinen und Australien.
Arten: ca. 50
Etymologie: Gr.: kymbes = bootförmig, ein Hinweis auf die Form der Lippe.
Kultur: In der Kultur können zwei Cymbidium-Gruppen unterschieden werden: Arten, die in grösserer Höhe und gemässigten Zonen (Bergregionen) wachsen und kühle Nächte benötigen (10 °C und weniger im Winter), und Arten aus tropischen Gebieten, die wärmeliebend sind. Sowohl die terrestrischen als die epiphytischen Cymbidien haben ähnliche Anforderungen ans Substrat. Es sollte gut durchlässig sein, aber gleichzeitig die Feuchtigkeit halten. Man pflanzt sie am besten in tiefe, relative enge Töpfe, da die fleischigen, dicken Wurzeln gerne gerade nach unten wachsen. Pflanzen mit hängenden Blütenständen können auch in Ampelkörben kultiviert werden. Alle Arten brauchen während des Wachstums viel Licht, Luft, Feuchtigkeit und Wasser und können über die Sommermonate in den Garten gestellt werden. Nach Abschluss der Wachstumsperiode im Winter gibt man weniger Wasser. Der Wurzelballen sollte jedoch nie vollständig austrocknen.
Hinweis: In China werden Cymbidien schon seit Konfuzius' Zeiten kultiviert. Erste Kulturanleitungen stammen aus dem 13. Jahrhundert vor Christus. In Japan wurden Cymbidien im Mittelalter vom reichen Bürgertum gepflegt, während den Samurai Neofinetia falcata (die Samuraiorchidee) und dem Kaiserhaus Dendrobium moniliforme vorbehalten waren. Noch heute sind Cymbidien die am höchsten geschätzten Orchideen Chinas und Japans. Sie werden dort in sehr schmalen, hohen und oft auch sehr kostbaren Töpfen gehalten. In der heutigen Zeit zählen Cymbidien zu den bedeutendsten Schnittblumen weltweit.

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