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Schweizerische Orchideenstiftung
am Herbarium Jany Renz


Dr. Christoph Noelpp
St. Jakobs-Strasse 30
4002 Basel
Schweiz

© 2015 Swiss Orchid Foundation

botinst
Botanisches Institut
Universität Basel
Herbarium

Cypripedium calceolus

Projekt 2 (2014-): Wiedereinführung von Cypripedium calceolus (Frauenschuh)

 

Im Jahr 2014 hat die Schweizerische Orchideenstiftung ein neues Cypripedium calceolus Projekt gestartet, das gleich mehrere Kantone der Schweiz betrifft. Cypripedium calceolus ist eine vom Aussterben bedrohte Art. Mit der Hilfe der Firma Anthura in Bleiswijk, Holland, versucht die Schweizerische Orchideenstiftung künstlich gezüchtete Pflanzen zu kultivieren. Mehr Informationen über das Projekt und die Teilnehmenden sowie mehr Bilder des Projekts finden Sie hier: Projektbeschreibung (pdf, en)

 

 

Anthura-Besuch

Im Mai besuchte eine Gruppe von Projektteilnehmenden die Partnerfirma Anthura in Bleiswijk, Holland. Unter folgendem Link finden Sie einen Bericht über den Besuch mit vielen Bildern: Bericht über den Besuch (pdf)

 

Projekt 1 (1998-2009)

 

Beschreibung der verschiedenen Etappen des Projekts

1998             Aussat der Samen von C. calceolus, die von S. Sprunger in Langenbruck geerntet wurden. Diese wurden in vitro (nach Malmgren 1992) ausgesät und ein- bis zweimal pikiert.
1999 Akklimatisierung der jungen Pflanzen in einem septischen Milieu (Mischung aus expandiertem Ton).
1995 - 2006 Kultivierung der jungen Pflanzen und wiederholtes Umtopfen in ein zunehmend organischeres Milieu.
Sept. 2005 Kennzeichnung einer für eine Wiedereinführung günstigen Stelle am Standort Chilpen (mit der Genehmigung von M. Paul Imbeck, Amt für Raumplanung Liestal, und M. Ueli Berchthold, Pro Natura Basel).
März 2006 Auspflanzen von zehn Jungpflanzen an zwei für günstig befundenen Stellen am Standort Chilpen sowie Auspflanzen von fünf Vergleichs-Pflanzen ("plantes témoins") am Standort Langenbruck
2006 - 2009 Kontrolle der Entwicklung der Pflanzen.
2009 Verfassung eines Berichts über die Resultate. Bei erfolgreichem Ausgang: Veröffentlichung eines Berichtes in einer Fachzeitschrift.
2013 Die schweizerische Orchideenstiftung konnte eine Gärtnerei in den Niederlanden gewinnen, welche für sie gratis Cypripedium calceolus aus einheimischem Saatgut aufzieht, um sie dann wieder an den natürlichen Standorten auszupflanzen.

 

Vorteile des Standorts Chilpen für den Versuch

  • Der Standort ist für seine Orchideen-Population bekannt. Um diese zu erhalten, wurde ein Naturschutzgebiet gegründet, dessen Fortbestehen für längere Zeit garantiert ist.
  • Der Standort ist geographisch nicht weit vom Standort Langenbruck entfernt, von dem die Samen für das Projekt stammen.
  • Die fortlaufende Beobachtung der bereits natürlich vorkommenden Orchideen kann die neu ausgesetzten C. calceolus miteinschliessen und erlaubt somit ein schnelles Reagieren im Fall eines Problems.

 

Nachteile des Standorts Chilpen für den Versuch

  • Das historische Vorkommen von C. calceolus am Chilpen ist (nach unserem Wissen) nicht bestätigt.
  • Die starke Frequentierung des Standorts (durch Besucher) bedingt eine optisch diskrete Auspflanzung der Orchideen.

 

Bilanz

Durch den einfachen Zugang und die regelmässigen Kontrollen eignet sich der Standort Chilpen ausserordentlich gut für ein Pilotprojekt.

 

Erwartete Resultate

  • Es handelt sich hierbei nach unserem Wissen um den zweiten Versuch, C. calceolus mit aus Samen gezogenen Pflanzen in der Natur wiedereinzuführen. Der erste Versuch wurde in Grossbritannien durchgeführt. Die genaue Vorgehensweise und das Resultat wurden jedoch nie veröffentlicht.
  • Der Versuch soll konkrete Erkenntnisse über die Methoden zur Wiedereinführung der Pflanzen liefern (Auspflanzung, gelegentliche Bewässerung während der Akklimatisierung-Phase, Schutz, Entfernen von konkurrierenden Arten, ...).
  • Abschätzen der Erfolgsquote einer Wiedereinführung von C. calceolus. Die geringe Zahl der zur Verfügung stehenden Pflanzen (3 x 5 Pflanzen) erlaubt keinen Versuch im grossen Massstab. Da sich der Beauftragte jedoch auf langjährige Erfahrung in Orchideen-Kultivierung stützen kann, kann er trotzdem die zu berücksichtigenden wichtigen Faktoren feststellen. Der hohe Preis der Pflanzen, der durch die Schwierigkeit und Seltenheit ihrer Aufzucht bedingt ist, ermöglicht keinen Versuch im grösseren Stil. Sollten die Resultate dieses Pilot-Projekts aber ermutigend sein, kann daraufhin mit der Durchführung ergänzender Versuche begonnen werden.
  • Die aus diesem Projekt gewonnenen Erfahrungen können in Zukunft für die Wiedereinführung von C. calceolus an anderen Standorten im Kanton Basel-Land, an denen der historische Bestand von C. calceolus verschwunden ist, genutzt werden.